Aktuelle Analysen

Meine Lippen sind mir gemacht, daß ich ausspeie das Ungenießbare.

ThM, Josephsroman

Fiktionale Repräsentanz vs. Demokratie

Was ist so verwerflich am Populismus?

14.11.16

 

Nachdem man mit europäisch-vereinten Kräften einen Jörg Haider noch erfolgreich im Strassengraben niederringen konnte, wird’s jetzt aber langsam so richtig bedrohlich mit dem Populismus: Nicht nur, dass die Schweizer in ihren gegen deutsche Kavallerie hartnäckig verteidigten Bergnestern immer wieder unbotmässige Initiativen starten und nicht selten auch annehmen, jetzt hat auch noch eine knappe Mehrheit der Briten „gegen Europa“ gestimmt, was schlimm genug war und nach der vorerst gerade noch gut gegangenen österreichischen Präsidentenwahl eigentlich hätte verhindert werden müssen, nein, jetzt hat eine knappe Stimmen-Minderheit von amerikanischen Wählern mithilfe des Wahlmänner-System für einen recht komfortablen Sieg eines Aussenseiters, eines Paria gesorgt: „Das Volk, der grosse Lümmel“, scheint nicht mehr zu Raison zu bringen. Was ist da bloss schief gelaufen? Warum glauben die Kerle nicht mehr an die heiligen Werte des Westens? Hat man sie nicht in fast jeder Tagesschau und jeder Schlagzeile vor den Gefahren des Populismus gewarnt?

. . .

Populismus ist der demokratische Angriff auf das antidemokratische System der Repräsentanz.

24 2016.11.14 Fiktionale Repräsentanz vs[...]
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Für jetzt zu spät, für lange Zeit wichtig
Peter Janich ist tot
9.9.16


Das Leben als Folge verpasster Gelegenheiten – das ist bei der Unzahl von Optionen und der begrenzten Zeit und Kraft eine banale Zwangsläufigkeit, und doch tut es dem philosophisch interessierten Freiheitsfreund weh, jetzt nicht mehr mit Peter Janich sprechen zu können. Erst 74-jährig, erlag der Marburger Philosoph am vergangenen Sonntag einem Krebsleiden, ganz zu Unrecht weitgehend unbekannt in der libertären Szene. Denn er hat, soweit mir bekannt ohne jeden Kontakt zur Österreichischen Schule, etwas geleistet, das erkenntnistheoretisch dem nahesteht, was Mises, Rothbard und Hoppe ausgearbeitet haben: Er hat die Frage nach menschlichem Handeln in den Mittelpunkt seines philosophischen Interesses gestellt und die Philosophie nicht etwa wie Scharlatan Marx „vom Kopf auf die Füsse“ gestellt, sondern das Mundwerk auf das Handwerk zurückgeführt . . .

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23+2016.09
23 2016.09.09 Für jetzt zu spät Peter Ja[...]
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„Flüchtlingskrise“ in zwei Minuten
Das Wichtigste, was Frau Merkel braucht
8.9.16


Das Problem ist im Kern der Kollektivismus: Wir gegen die, unser "gut" gegen deren "gut" = böse. Pöbelnde Schüler? Kein Problem ohne Staatsschule und Schulzwang: Du kannst Dir gern eine andere Schule suchen. Oder Steine klopfen gehen.

Noch anderthalb Minuten:

22 2016.09.08 Flüchtlingskrise in zwei M[...]
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Ernst Nolte ist tot!
18.8.16


Das ist ein Schock. Es wird sich wieder das Geschreibsel der PC-Journaille über den mutigen Historiker Ernst Nolte ergiessen, jetzt anlassgemäss gewürzt mit vordergründiger Süsse, im Kern aber wohl mit reichlich Geschmaksverstärker: Noch ehe Habermas als der Protagonist der bundesrepublikanischen Identität endlich abtritt, verliert eine nicht von Kommunismus und Sozialismus abhängige Intellektuellen-Elite einen ihrer führenden Köpfe. Unter auflagenfördernder Aufregung im Blättchenwald wurde Ernst Nolte nach allen Regeln der Propaganda abgestraft und als Teilnehmer am öffentlichen Diskurs exekutiert durch Jürgen Habermas und seine Gefolgsleute, die ihm das Wort im Munde verdrehten, um nicht hören zu müssen, dass Hitler eben auch eine Antwort auf die sehr reale Bedrohung des Bolschewismus war . . .

21 2016.08.18 Ernst Nolte ist tot!.docx
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Keine Angst vor der Rassismus-Keule!
6.6.16


„Rassismus“ ist ein Kampfbegriff, der typischerweise gegen jeden verwendet wird, der mögliche negativ wertende Konnotationen mit äusserlichen Gruppenmerkmalen aufstellt oder auch nur nicht von vornherein ausschliesst. Man täte gut daran, sich hier wie in allen Bereichen von Herrn Adolf Hitler das Denken nicht verbieten zu lassen, und also dieses belastete Wort Rasse oder eben ein anderes wie Ethnie nicht wegen seines allerdings vielfach brutalen Mißbrauchs zu tabuisieren; sonst verliert man mit dem Wort auch den Begriff und steht dem Phänomen der Herausbildung verschiedener Erscheinungstypen intellektuell hilflos gegenüber und wird zu abenteuerlichen Konstrukten der „eigentlichen“ Gleichheit gezwungen. Ob Japaner und Südamerikaner nun Rassen, Subspezies, Ethnien oder sonstwie heissen sollten und welchem Verwandtschaftsverhältnis sie etwa vergleichsweise zu Granny Smith und Golden Delicious entsprechen, muss uns die Biologie sagen . . .

20 2016.06.06 Keine Angst vor der Rassis[...]
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Geistiger Immunitätsschutz für Demokratie ist aufgehoben!
20.5.16


Kann es noch absurder zugehen als heute im türkischen Parlament?

Mangels Kenntnis der konkreten Umstände unterstelle ich mal, dass es sich bei der türkischen Verfassung (noch) um eine repräsentative Demokratie handelt, bei der einfache Gesetze mit einfacher Mehrheit, Verfassungsänderungen einschliesslich Grundgesetzänderungen, falls es das da geben sollte, mit einer von der Verfassung definierten höheren und eventuell qualifizierten Mehrheit von jeweils gewählten Volksvertretern beschlossen werden. Eine wie immer definierte Mehrheit von „Volksvertretern“ kickte heute eine Minderheit von Vertretern minderer Volksmassen aus dem Parlament, vorerst mal aus dem Schutz der Immunität gegen Verfolgung aufgrund der Tatsache, eine Minderheit zu vertreten.

19 2016.05.20 Geistiger Immunitätsschutz[...]
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Tabuthema Missbrauch und Homosexualität
7.3.16


„Jedes siebte Mädchen und jeder fünfte Junge erlebt mindestens einmal einen sexuellen Übergriff, oder, wie ich lieber sage, sexualisierte Gewalt“, so die „Missbrauchsüberlebende“ und Pastorin Susanne Jensen, die der Südwestrundfunk SWR zur Talkshow „Nachtcafé“ am 4.3.2016 eingeladen hatte. Im ehemals christdemokratisch-liberalen Stammland, das heute mehrheitlich grün wählt, hat man da offenbar nicht gut genug aufgepasst, wen man sich da einlädt: Ein Mann als Täter, eine Frau als Missbrauchsopfer, das passt zum Rollenstereotyp der Sendung über geliebte, gehasste und bewunderte Väter, in denen meist die Mütter die positive Familienrolle spielten. Dass die durch ihre heldenhaft bewältigte Leidensgeschichte unangreifbare Pastorin dann aber in der Einführungsrunde diese überaus krassen Zahlen nennt, damit hatte man wohl nicht gerechnet. Jeder fünfte Junge und jedes siebte Mädchen!

18 2016.03.07 Tabuthema Missbrauch und H[...]
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Deutsche Verantwortung für Holocaustopfer vs. islamische Immigration
11.2.16


Ja da schau an! Dass es in der Tradition der Deutschen liege, ganz Grosses zu leisten, hatten wir ja schon so gewusst, jetzt haben wir’s amtlich von der Frau Kanzler. Wir hatten das auch schon vom Herrn Führer gehört, der’s aber nicht ganz geschafft hat. Versagt hat er in seiner ganz, ganz grossen selbstgestellten Aufgabe, die Juden zu vernichten, wenigstens die in Europa (die in Amerika waren immerhin das einzige Hindernis für gedeihliche transatlantische Beziehungen, in seiner Sicht).

Wird die Frau Kanzler Wort halten? Wird sie „das“ schaffen? Auch wenn sie jetzt heisse Ohren bekommt, sie wusste genau, wen sie da einlädt und für wen sie die Grenzen öffnet: Die Juden-ins-Meer-Jäger, die mit Friedensnobelpreisträger Yassir Arafat Israel („Frieden heisst für uns Zerstörung Israels“) in den „totalen Krieg“ ziehen wollen, „der Generationen hindurch dauern wird“. Wenn Muslims sich mit Moslems und Mohammedanern und Islamgläubigen streiten, in einem sind sie (fast) alle einig: Der Jude ist der Feind! Der Jude muss weg!

17 2016.02.11 Deutsche Verantwortung für[...]
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Mohamed war Islamist
Hamed Abdel-Samads Buch Mohamed, Eine Abrechnung
3.12.15


Nach der verdienstvollen Popularisierung moderner Islam- und Koranforschung durch Norbert G. Pressburg (Good Bye Mohammed) hat es nun ein ägyptisch-stämmiger Moslem unternommen, eine kritische Wertung des „Gesamtpaket[s] aus Koran, Hadithen, Prophetenbiographie und Gelehrtentradition“ auf der Höhe des Wissenstandes vorzulegen – und dafür prompt die Todesdrohung aus der angesehensten Universität des sunnitischen Islam, der Kairoer Al-Azhar-Universität, bekommen.

16 2015.12.03 Mohamed war Islamist.docx
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Das dysgenische Paradoxon
Völkerwanderung als loose-loose-Situation
6.9.2015


Alle berechtigten Aspekte von verfehlter amerikanischer und europäischer und nahöstlicher und afrikanischer Politik – einfacher gesagt, von der Grundverfehltheit aller Politik – hier einmal und für den Moment beiseite gelassen: was käme dabei heraus, wenn alles „optimal“ abliefe in der Flüchtlingskrise, die wohl eher eine Völkerwanderung ist, also die westlichen Länder nicht destabilisiert würden, die Migranten integrationsbereit und –fähig wären und die Wanderung demnächst wieder in wechselseitige Fluktuation überginge?

Was immer sonst die Entwicklung der westlichen Welt etwa ab dem Jahr 1800 für uns und die Welt bedeutet und aus welchen Quellen diese seither mögliche Vermehrung der Weltbevölkerung von 800 Mio auf demnächst 8.000 Mio entstehen konnte: Die zeitliche Parallelität zwischen der Französischen Revolution einerseits, deren idealische Menschenliebe und revolutionäre Brüderlichkeit bald Europa bis in die russischen Steppen hinein in Blut hat versinken und in Hunger vergehen lassen, und andererseits der Industriellen Revolution, deren Ideale kaum über den nächsten beef pudding

hinauszureichen schienen, die aber zu einer ungekannten Wohlstandsvermehrung und –angleichung geführt hat und erstmals in der Menschheitsgeschichte das eherne malthusische Bevölkerungsgesetz ausgehebelt hat, diese Parallelität des Gutgemeinten und des Gutgeratenen sollte uns zuerst einmal stutzig machen.

14 2015.09.06 V2 Das dysgenisches Parado[...]
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Vorurteil
Rücknahme des Karlsruher Integrationspreises für Republikaner
16.10.15


Die Lächerlichkeit der Kehrtwende der Karlsruher Integrierer ist satirisch nicht mehr zu überhöhen, jeder Versuch verbietet sich bei Strafe eigener Lächerlichkeit. Aber immerhingibt der Fall ein lehrreiches Beispiel für die Bedeutung des meist sinnwidrig verwendeten Wortes "Vorurteil" ab.

15 2015.10.16 Vorurteil.docx
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Nichts zu tun
Der Islam und der Rest der Welt
2.2.15


Wir sind ja allerhand gewohnt, wir Medienrezipienten; dass der Terrorismus nichts mit dem Islam zu tun hat, wenn Allahs Gemeinde sich von Karikaturen beleidigt zeigt, das ist durch ewige Wiederholung schon so gut wie wahr geworden; wenn ein nicht unerheblicher Teil der friedlich-oberflächlich integrierten Moslems sich von israelischen Fahnen oder dem Schweinespeck im Kindergartensüppchen beleidigt fühlt oder wenn junge Frauen hier und heute massenweise zwangsverheiratet werden und interreligiöse Ehen moslemischer Frauen die absolut exotische Ausnahme sind, denkt ja kein anständiger Deutscher (oder wie sagt man in solchen Fällen?) laut, dass das irgend etwas mit dem Islam zu tun habe.

Aber die Nachricht von der öffentlichen Hinrichtung des „CDU-Rechtsaußen“ Hans-Jürgen Irmer gibt auch dem geübten Mediengläubigen zu schlucken.

13 2015 02 02 Nichts zu tun.docx
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Jeg er Jyllands Posten
Meine Meinung, Deine Deinung
11.1.15


In Zeiten wie diesen, wo jeder seine Seinung hat und alle anständigen Deutschen das dringende Bedürfnis verspüren, ihre Ver-Wirung mit heldenhaftem Bekennermut öffentlich in die Waagschale zu werfen, um vor dem untrüglichen Urteil der moralischen Autorität von Angie M und Joachim G mit geschwellter Brust gegen die widerlichen Hetzer von Dresden dazustehen, was sage ich: aufzustehen, sei auch mir, statt eifach meine Meinung auszuführen, ein ganz, ganz kurzer Faktencheck erlaubt:

Islam („Unterwerfung“) ist keine Religion, zu der man sich freiwillig bekennen und von der man sich abwenden kann . . .

12 2015.01.11 Jeg er Jyllands Posten.doc[...]
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Klüger leben
Verwirrende Lehre zu verwirrenden Handel waltet über die Welt
17.11.14


Da erhält die deutschsprachige Jüdin, bekannt vor allem durch ihren KZ-Bericht „weiter leben“, den sicherlich hochverdienten Brüder Grimm-Preis, offiziell für ihre germanistische Leistung, aber, wie ihr Laudator schön formuliert, doch eher dafür, dass sie, wie die Brüder Grimm selbst, das Blei der Philologie in das Gold der Dichtung verwandelt habe. Da erklärt die Präsidentin Krause der ersten protestantischen Universität der belobten Frau Ruth Klüger und dem akademischen Festpublikum gemäss ihrer beider zeitgeistiger Gender-Mainstreamerei die Rollenbilder an der Stirnwand der Alten Aula: die dienende Heilige Elisabeth und der waffenstarrende Landgraf Philipp. Aber das Signatur-Bild des altehrwürdigen Veranstaltungsortes erwähnt sie nicht: Hier zieht Luther mit Zwingli und anderen religiösen Eiferern zum Marburger Religionsgespräch 1529 bei Landgraf Philipp ein. Ob es Frau Klüger, der Präsidentin und dem Publikum bewusst war, unter welchen fanatisch-antisemitischen Augen sie hier den Preis entgegengenommen hat?

11 2014.11.17 Klüger leben.doc
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oder auf FREITUM

Jürgen Kocka: Geschichte des Kapitalismus
29.6.14


Wenn „einer der weltweit führenden Experten für das Thema [. . . und] bedeutendsten Sozialhistorikern unserer Zeit“ (Verlagstext), der renommierte Leibnitz- und Holberg-Preisträger mit dem Verdienstkreuz erster Klasse, eine „Geschichte des Kapitalismus“ vorlegt, dann stellt er sich damit, ungeachtet des Miniaturformates des 144-Seiten-Büchleins, unausgesprochen in eine Reihe mit den auf den allerersten Seiten herbeigerufenen Autoritäten Werner Sombart, Max Weber und Joseph A. Schumpeter, wogegen sicher nichts zu sagen ist – nur, dass es eben deutlich macht, dass dieses untertitellose Werk keineswegs als aphoristische Fussnote gemeint ist. Wird er diesem selbstgestellten Anspruch gerecht?
. . .
Wenn man den Kapitalismus besiegen wolle, so ein kolportiertes Marx-Wort, müsse man zuerst seine Währung zerstören – das haben die Staaten bestens geschafft, und Professor Kocka weiss auch schon, dass nur eine Weltregierung uns noch retten kann:

"Ein [. . .] Prozess der Zivilisierung des heutigen Kapitalismus wird dadurch erschwert, dass dem zunehmend grenzüberschreitend wirksamen, zunehmend globalen Kapitalismus keine ähnlich grenzüberschreitende, globale Staatlichkeit entspricht, die seiner weiterhin vehementen Dynamik wirklich Paroli bieten könnte: ein ungelöstes Problem." (p. 123)

Packen wir’s an!

Pirinçci und so
19.4.14


„Liebste, die Begeisterung ist schön, allein wenn es ihr gar zu sehr an Erleuchtung fehlt und exaltierte Spießbürger in heißem Feindesblut schwelgen, weil eben die historische Stunde ihnen ihre böse Lust freigibt, so hat das selbstverständlich sein Peinliches“ – so Adele Schopenhauer in Thomas Manns Lotte in Weimar. Wie indolent sind sie eigentlich, unsere staatstragenden Intellektuellen in Funk und Fernsehen, die Blogwarte (ABC Kraus, ef-online) der postmodernen Korrektheit? Dummheit und Uninformiertheit mag hier und da eine Rolle spielen, die wesentliche bestimmt nicht. Es pfeifen ja alle Spatzen von den Dächern, wie schief es um die veröffentlichte Moral bestellt ist, keiner kann doch ernsthaft glauben an all den Unsinn von menschengemachter Klimakatastrophe und verteuerbaren Energien, an die Gleichheit aller Menschen ausser den Rechten und Pädophilen, an die Zukunftsfähigkeit der Schuldenberge, an den Genderquatsch und die Friedfertigkeit des Islam, die Bedrohung durch Genmais und die Weisheit der Eurokraten.

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Franziscus redemptor
Ist der Papst der bessere Unternehmer?
Und jedem Abschied wohnt ein Zauber inne . . .
8.12.13


Dass ich mich bis neulich auf Befragen selbst als „katholischen Atheisten“ stilisiert hatte, war, neben der Lust am Paradoxon und der Abwendung vom Gotteswahn vor allem ein Ausdruck der Opposition gegen das evangelische Milieu, das ich im Elternhaus erlebt hatte und das in seiner giftigen Reinkultur z. B. in Ingmar Bergmanns „Fanny und Alexander“ und in Otto Julius Bierbaums „Prinz Kuckuck“ beschrieben ist: Demonstrative Bescheidenheit, Sackleinen, nur ja kein Silberglanz, chronisch schlechtes Gewissen disziplinieren jede spontane sinnliche Lebenslust, wogegen das südländisch-katholische Milieu eher für die lebensfreundliche Kultur der armen Sünder steht, die zwar sonntags – vor dem Frühschoppen – beichten gehen, aber das wenigstens in einer möglichst barocken schmuck- und kunstvollen Kirche voller Sinnenschönheit und nicht ohne Weihrauch-Wirkung auf das Bedürfnis nach Festlichkeit, Stille, Wahrheit, und die die Woche in einer Art gesund balancierter Schizophrenie oder Doppelmoral zwischen dem höheren Menschen und dem wohlgenährten „Erdenrest, zu tragen peinlich“ zubringen.

Die Wut, die mich als Libertären beim flüchtigen Lesen – mehr kann ich meiner geschundenen Seele nicht zumuten – der antikapitalistischen Expektorationen des zeitgeistig gefeierten Papstes Franziskus überkommt, belastet diese gewisse Sympathie gegenüber dem Katholischen nun schwer: „Diese Wirtschaft tötet“ formuliert er fast unübertreffbar scharf in drei Worten, nur knapp abgeschlagen hinter der ultimativen Welterklärung amerikanischer Autogegner: „Speed kills.“

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Kann „Selbstmord“ Mord sein?
7.4.13


Wie verstiegen in seine Argumentationslinie muss man eigentlich sein, um allen Ernstes ausgerechnet Selbstbestimmung mit Faschismus identifizieren zu wollen? Die national-sozialistischen braunen Horden, die in den Strassen randalieren und lynchen, die vieltausendfach zum Hiltergruss (als dem Analogon zum Kommunistengruss) ausgestreckten Arme im noch heute medial gehypten Olympiastadion Berlin wie auf den Reichsparteitagen, das soll taugen als Ausdruck der Selbstbestimmung? Wie abwegig ist es, den allhier auf Erden in jeder Hinsicht und jederzeit möglichen absichtslosen wie gar den absichtlichen Missbrauch und Missverstand der Validität der Sache selbst anlasten zu wollen (Tatwerkzeug Küchenmesser) — nur gerade da nicht, wo der entschiedenste, systematischtste, massenmörderischste Missbrauch von Legitimität nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist: Beim Staat, den unser Autor nicht etwa aufruft, sich herauszuhalten aus den letzten Fragen, sondern der bereit stehen soll, seine, des Autors, Moralvorstellungen zu erzwingen gegen den Sterbewilligen, der fremde Hilfe erfleht und der. als Depressiver ebenso wie der mit Medizinethik seinen Lebensunterhalt Verdienende, der einzige legitime Herr über sein eigenes Leben ist.

07 2013.04.07 Kann Selbstmord Mord sein.[...]
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„Denken ist Heiterkeit“
Sloterdijks fröhliche Adhocerei
Eine Entgegnung auf Michael Klonovskys Apologie des erzgescheiten Oger in eigentümlich frei 128
2.12.12


Wie, Sie wissen nicht, was ein Oger ist? Das sollten Sie aber schön für sich behalten, bevor Sie zugeben, dass Sie die Freude Klonovskys an der Selbststilisierung Sloterdijks als „unfrisierbaren Oger“ nicht recht teilen können: So markiert man eben, als Peter S. wie als Michael K., seine geistige „Höhenlinie“. Auch wenn’s am Ende nur, laut Grimm’schem Deutschen Wörterbuch, ein „menschenfressendes Ungeheuer“ ist, das sich auf´s gelobte heitere Polemisieren allenfalls als matte Selbstironie reimen will.

Was veranlasst Klonovsky, der Marx im Vorbeigehen als „Meisterdenker“ feiert, einen „Zögling der 68-er Bewegung“ zum Querdenker zu stilisieren, der, genauestens passend in die Analyse Grüner Gier im gleichen Heft, als Meister aus Karlsruhe und Rektor der „Staatlichen Hochschule für Gestaltung“ nichts weniger fordert als „global governance“ und für den „die progressive Einkommenssteuer die maßgeblichste moralische Errungenschaft seit den Zehn Geboten darstellt“, nur weil er zugunsten des Profils die Stromlinienform meidet und gegen die Skandalisierung durch den orthodoxen 68-er Übervater Habermas erfolgreich argumentiert und agiert hat?

Systemfehler im Gesundheitswesen
Staats-„Weise“ planen die Revolution . . .
25.10.12


Wie krank die Kassenmedizin ist, braucht mir keiner zu beweisen: In meinem kleinen Erfahrungsgebiet als selbständiger Zahnarzt habe ich mehr als genug Absurdes erlebt, etwa die Eskapaden der sogenannten Wirtschaftlichkeitsprüfung („Streichquartett“), die mir zwanzig Jahre lang jedes Quartal ein paar tausend DM für unstrittig erbrachte, aber angeblich „unnötige“ Betäubungen abgezwackt hat, bis irgendwann auch der Durchschnitt – denn der ist hier der Masstab der kranken Kassen – gemerkt hat, dass Zahnarztangst sehr nachteilig für die langfristige Zahngesundheit ist. Oder aktuell die unsinnige Aufwertung einer seltenen prothetischen Technik als Alibi für die massive Abwertung zahnerhaltender Alltagsbehandlungen. Dass es sich bei derartigen Absurditäten und Unzulänglichkeiten nicht um einzelne und also korrigierbare Webfehler handelt, sondern dass sie Ausdruck eines in sich falschen Systems sind: Gratuliere, der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Gesundheits-Oberweiser Prof. Gerlach, hat’s gemerkt, und folgerichtig will er auch nichts weniger als eine „kleine Revolution“: Der Fehler sei nämlich, dass Krankheit bezahlt wird, nicht Gesundheit ...

Untergetaucht aus Angst vor Vergeltung
Regisseur erzürnt die islamische Volksseele
12.9.12


Gibt es überhaupt eine Seite, von der aus betrachtet das Protestgeheul in der „islamischen Welt“ über die Beleidigung religiöser Gefühle etwas anderes ist als einfach lächerlich? Was daran soll man, bitte, ernst nehmen?

Der einzige Aspekt, unter dem besagtes Protestgeheul alles andere als lächerlich ist: Die Faktizität der Fakten, die Macht des Gemachten. Sinnvolles, unabdingbar Notwendiges zum Erhalt einer aufgeklärten Gesellschaft wird zunehmend tabuisiert durch Internalisierung der unverschämten Besitzansprüche auf fremde Köpfe, auf Wohlwollen und Respekt gegenüber religiösem Wahnsinn derjenigen, die vor meinem Selbsteigentum nicht den geringsten Respekt haben.

Und so gesehen: Es brennt längst lichterloh, Löschen erscheint ähnlich aussichtsreich wie die verzweifelten Versuche viel zu weniger Bürger in der „Winterlandschaft“ von 1575 von Lucas van Valckenborch: Man läuft Schlittschuh auf dünnem Eis, verrichtet seine Notdurft und wärmt sich in Gesellschaft und am Feuer. Es brennt.

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„Skandal“ in der Transplantationsmedizin
Selbsteigentum des Organspenders
11.8.12


Der Organspender, und nur er, ist ethisch legitimiert zu entscheiden, wem er in welchem Stadium eines künftigen Sterbeprozesses seine Organe vermachen will: Einer Institution wie Eurotransplant, bei der die Wahrscheinlichkeit eines immunologisch passenden Empfängers aufgrund der Grösse der Organisation gross ist, oder irgendeiner anderen Institution, die ihn z. B. vorher immunologisch typisiert und ihm Bedarf und ggf. auch Angebote passender Empfänger vermittelt. Oder soll man sich Einmalspritzen auch lieber nicht kaufen können, so wie man sich ja nach landläufiger Meinung Organe nicht soll kaufen dürfen? Ist es unethisch, dass einem seine spendbaren Organe gehören? Ab wann? Bis wann? Wem gehören sie, wenn sie dem Organspender nicht mehr gehören? Dem, der den staatlich verbürgten Anspruch stellt? Oder dem, dem der Spender sie spendet? Oder verkauft?

„Toleranz“ gegen Körperverletzung — oder „Juden raus“?
Das Kölner Beschneidungsurteil
2.7.12


Was mich als Mann schon lange genervt hat, ist die brutale Asymmetrie in der öffentlichen Rezeption von Vorhaut-Beschneidung und Klitoris-Beschneidung. Und glauben Sie mir, als Mann verstehe ich etwas davon und liebe meine Vorhaut fast über alles: Schliesslich ist die sexuelle Sensibilität gerade am unteren Ansatz der Vorhaut, im Bereich des Bändchens, konzentriert, und alles andere ist nur Ersatz.

Insofern war es allerhöchste Zeit für das mutige Urteil des Landgerichts Köln (sic!?), das die Sache klar benennt als das was sie ist: Verstümmelung, Körperverletzung, kriminell. Chapeau, da hat sich die deutsche Rechtsprechung doch einmal mutig und konsequent gezeigt.

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Aktuelle+Analyse+Beschneidung+V4
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Der Dichter bringt es auf den Punkt: Alt-Nazi ist Neo-Sozi!
Günter Grass krass – zum "Gedicht" Was gesagt werden muss
13.4.12


Nach Abermillionen Hungertoten die Lehre von Stalins Chefgenetiker Lyssenko von der Vererbung erworbener Eigenschaften aus der Biologie auf die Geologie übertragend, erzählt uns der noble SS-Mann mit dichterischem Scharfblick 2001 (Spiegel-online): „Israel muss nicht nur besetzte Gebiete räumen. Auch die Besitznahme palästinensischen Bodens [im Gegensatz zu Lehm-, Löss-, Granit- und Sandboden?] und seine israelische Besiedlung ist eine kriminelle Handlung. . . .“

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Aktuelle+Analyse+G$C3$BCnter+Grass+krass
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